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02.07.2010, 12:11 Uhr |
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Winkelmeier-Becker zu Ihrer Entscheidung für Wulff
Antwort Elisabeth Winkelmeier-Beckers auf Fragen zu Ihrer Wahlentscheidung bei der Bundesversammlung und den kritisierten Einfluss parteipolitischer Interessen
„Parteipolitik war für mich bei der Wahl des Bundespräsidenten nicht entscheidend und die Ergebnisse der Wahlgänge haben auch eindrucksvoll gezeigt, dass „Fraktionszwang“ bei geheimen Abstimmungen ohnehin nicht greifen kann. Jedes Mitglied der Bundesversammlung ist bei der Wahl des Bundespräsidenten vielmehr frei und nur dem eigenen Gewissen verantwortlich.
Joachim Gauck war zweifelsohne ein sehr beachtlicher Kandidat, der sich vor allem mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur um den inneren Frieden im wiedervereinten Deutschland verdient gemacht hat. Trotzdem habe ich Christian Wulff gewählt, denn er kann mit seinen christlich-liberalen Grundüberzeugungen vor allem zu den Zukunftsthemen unseres Landes Wichtiges beitragen. Er hat die nötigen politischen Erfahrungen, um die bevorstehenden gesellschaftlichen Änderungen zu begleiten und wird dabei auch seine ganz persönliche Sichtweise und den Blickwinkel der jungen Generation mit einfließen lassen. Damit wird er frischen Wind ins Schoss Bellevue bringen. Probleme wie Generationengerechtigkeit, Staatsverschuldung und demographischer Wandel sind für Christian Wulff ganz gegenwärtig und aktuell. Ich bin mir sicher, dass er aus dieser Perspektive eine Vielzahl wichtiger gesellschaftlicher Diskussionen anstoßen wird.
Christian Wulff konnte in den Jahren seiner aktiven politischen Zeit auf der Grundlage eines festgefügten Wertefundaments breite politische Erfahrung sammeln. Nicht zuletzt deswegen besitzt er die auch vom politischen Gegner attestierte Fähigkeit zu integrieren, wie die erste Nominierung einer Muslima, Frau Aygül Özkan, für ein Landeskabinett durch ihn jüngst gezeigt hat. Zudem bringt Christian Wulff ein ausgeprägtes Verständnis von Wirtschaft und Finanzen mit.
Ich bin überzeugt, dass er durch eine umsichtige und verantwortungsvolle Amtsführung in kurzer Zeit auch in dieser Funktion viel Zustimmung und Sympathie bei der gesamten Bevölkerung erzielen wird, auch bei den Menschen, die sich Joachim Gauck in diesem Amt gewünscht hätten.“
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